“Die Büchse der Pandora” oder “Willkommen im Wunderland”

14 Apr

Nun haben wir sie also schon fast eine Woche hinter uns gelassen, unsere Harry Klein-Lesung Und eines können wir sagen – gar Wunderliches spielte sich ab in den düsteren Club Gewölben. Ein Karnickel mit Trompete leitete uns durch labyrinthische Gänge hin zu unserer Lesehöhle.


Da stießen wir auf ein reich gedecktes Tischchen mit drei Fläschchen Wein, herzallerliebster Beleuchtung und einer geheimnisvollen Büchse, die wir auf gar keinen Fall öffnen sollten – zu unserem eigenen und dem Schutze unseres Publikums.

Nadaville vor der Lesung bei ausführlichster Büchsendiskussion – aufmachen oder nicht aufmachen? – wo wir doch so verdammt neugierig und auch noch verantwortlich für das Ding sind.

Und da saßen wir also … äh …

… und da saßen wir also: Katrin, Jessica und Monika ( 3. Mitglied bei den Lesungen in Kooperation mit dem Gasteig) Und natürlich rissen wir die Büchse auf! Aber erst in der Pause. Wir wollten ja nichts riskieren. Zuvor durfte sich unser Publikum mit einer rachsüchtigen Ex, die aussieht wie ein Panda, weil sie natürliche Augenringe hat, mit Verrückten des Alltags, die einen Faible für Gynäkologenstühle und symmetrische Kandinskys haben und mit Pandora herself, die endlich zu Wort kommt und ihre Geschichte erzählen kann, wie sie wirklich war, herumschlagen.

Im Gespräch mit Exkneipenleserin Saskia, Mitwirkende bei unserer Lesung in Puerto Giesing. In der Büchse waren übrigens Kekse. Das nur am Rande. Die wanderten munter durch unsere Gäste.

Das Raffinierte an unserer Lokalität: Sogar von oben konnte man uns und unseren Geschichten lauschen. Oder uns anspucken. Das hat aber keiner gemacht. In der zweiten Lesungshälfte erzählten wir von eigenwilligen Essgewohnheiten und Liebe in der Gefriertruhe, einem entlaufenen Pinguin als Opfer eines Verkehrsunfall und von ‘Lady Pandora’, die verzweifelten Ehemännern mit aufopferungsvollen Ehefrauen die Hoffnung zurückgibt.

Alles in allem: Wir fanden’s super! Den Weg hinaus aus Pandoras Welt haben wir auch wieder gefunden. Mit leerer Büchse, leeren Weinflaschen und schönen Erinnerungen im Gepäck.

(Fotos: Daniel Jaakov Kühn und Dorin Popa)

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