Rosa Brille

18 Aug

Die Resonanz zu Nadaville fällt bisher natürlich durchweg positiv aus. Ihr Leser seid begeistert, hingerissen und wollt mehr, klar. Ganz manchmal trauten sich zarte Stimmchen aber auch, Sätze wie die folgenden zu formulieren:

“Sieht puffig aus, die Seite.”

(Z. Sp., aktuell: Urlauberin)

“Ich hab heute weiter über euer Blog nachgedacht und irgendwie muss ich an Sex & the City denken.”

(J. L. L., Serienkiller… äh, -liebhaber!)

“Überlege ob Mädchen eine Untertreibung ist, oder ich und andere diesen Begriff ständig unterschätzen.”

(J.J., Künstlerin, Seerose, Schatz)

Dazu mal etwas Grundsätzliches.

Liebe Kritiker!

Wir haben gar nichts gegen Lob und Tadel! (Solange das Lob überwiegt…) Und uns ist klar, dass eine rosa Seite, ein pinkfarbener Twitteraccount und dazu noch gleich drei Autorinnen auf einen Schlag gewisse Clichée-Schubladen öffnen. Nur: Clichées sind nun wirklich nicht unser Problem. Wir finden das Rosa ganz hübsch, in Maßen. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir uns textlich nur auf die fachgerechte Einhorn-Zucht und andere besonders feminine Themen beschränken. Wollen wir auch gar nicht. Dass wir drei jung und weiblich sind, ist einem Zufall zu verdanken. Dass wir jung und weiblich sind und bestimmte Humorsparten (wer kann ekliger, wer kann blutrünstiger, wer kann anstößiger) dann besonders gut funktionieren, lässt sich ja leicht zur Tugend umfunktionieren.

Dass wir auch außerhalb unseres Nadavilleusen-Daseins (soll’s geben…) oft genug auf die Rolle “Mädchen” reduziert werden liegt wohl in der Natur der Sache. Gibt’s ja genügend Fachliteratur zu. Finden wir auch nicht immer gut, lässt sich aber nicht ändern. Wir zumindest hören weit lieber auf die innere Judith Butler als auf das innere Kind, nehmen’s mit den Geschlechterrollen nicht so ernst und sehen den rosa Anstrich hier eher sportlich-spielerisch. Wäre nett, wenn ihr das auch tätet.

Hochachtungsvoll,

die drei Gewaltinnen.

P.S.: Lieber José, die von dir empfohlene Serie kennen wir leider nicht, in Nadaville gibt’s nämlich gar keine Fernseher. Außerdem hängen wir noch in der fünften Staffel von “Tales from the Crypt”. Wenn wir damit fertig sind, nehmen wir aber gerne wieder Tipps an.

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